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Lesejahr A 2016/12 bis 2017/11

Predigt - Homilie am 06.So.A2017 in Dormitz ULF

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Geboren für das irdische, neugeboren für das ewige Leben1]
1 Mitwirkung an der Schöpfung und Erlösung
Für Chrisen ist die Zeugung, die Geburt und die Erziehung eines Kindes Mitwirkung an der Schöpfung Gottes und an der Erlösung durch Jesus Christus im Heiligen Geist.
Es gibt keine wichtigere Aufgabe für zwei Menschen, die sich lieben und zudem im Sakrament der Ehe verbunden sind als einem Menschen zum Mensch und Christ werden zu verhelfen.
Es ist ein großes Glück für Eltern, wenn aus ihrer Liebe ein neuer Mensch, eine eigenständige Person hervorgeht.
Dieses Glück gewinnt an Weite und Tiefe, wenn Eltern ihrem Kind durch die Taufe und die Erziehung im christlichen Glauben die Tür zur Fülle des Lebens bei Gott eröffnen.
Natürlich wollen Eltern ihrem Kind eine gute irdische Zukunft sichern. Aber diese Zukunft geht unausweichlich auf das irdische Ende zu.
Die Texte der Heiligen Schrift heute am 6.Sonntag im Jahreskreis sind
2 Wegweiser auf dem Weg zur Fülle des Lebens.
2.1  Gott will, dass der Mensch sich entscheidet
"Der Mensch hat Leben und Tod vor sich; was er begehrt, wird ihm zuteil."[2] Sich für ein rein diesseitiges Leben ohne Gott zu entscheiden bedeutet, sich für den Tod entscheiden.
Eltern möchten ihr Kind auf den Weg Jesu stellen, der den Tod überwunden hat und auferstanden ist. Sie wollen, dass ihr Kind nicht nur für ein vergängliches Leben geboren wurde, sondern für die Fülle des Lebens bei Gott auch jenseits dieses irdischen Lebens. Diese Chance sollten wir auf jeden Fall nützen. Der zweite Wegweiser sagt uns:
2.2 Es ist ein Leben, das jede Vorstellungskraft sprengt.
Darum schreibt Paulus an die Christen in Korinth:
"Wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben."[3]
In der Bergrede Jesu leuchtet der 3.Wegweiser auf.
2.3 Die Schönheit des ewigen Lebens
Soll jetzt schon in diesem irdisch vergänglichen Leben aufleuchten.
Im Evangelium zeigt Jesus was zu meiden und was zu tun ist, dass das Leben hier nicht zur Hölle, sondern der Himmel auf dem Hintergrund unseres irdischen Lebens schon erkennbar und erfahrbar wird. Alles, wovor uns das Evangelium heute warnt, dient dazu, diese Gefahren für unser ewiges Leben zu vermeiden oder zu überwinden.
Jedes Menschenkind sehnt sich danach, dass man gut mit ihm und miteinander umgeht. Es ist ein großes Glück für die Kinder, wenn Mann und Frau, Mutter und Vater liebevoll und verlässlich miteinander umgehen.
Es gehört wesentlich zur Erziehung dem zerstörenden Begehren in uns nicht nachzugeben. Die Radikalität, mit der dies gefordert wird will nicht, dass einer sein Auge rausreißen oder seine Hand abhacken soll, sondern sagen „Ich schau da nicht mehr hin. Ich fass das nicht mehr an!“
Für eine gesunde leibliche, seelische und geistige Entwicklung der Kinder ist besonders bedeutsam
a) Dass die Eltern, Mutter und Vater in verlässlicher Treue und Liebe zu einander stehen und einander helfen das Leben zu bewältigen.
b) Dass beide Eltern durch ihre Gottesverbindung zeigen, dass Gott die Quelle ihrer Kraft und Liebe ist.
c) Dass sie zusammen mit ihren Kindern in der Freundschaft mit Jesus leben. Mit ihm auf dem Weg des Wachsens und Reifens gemeinsam auf die Auferstehung und das ewige Leben zugehen.
Bei der Spendung der Taufe werden wir
3 Zeugen der grundlegenden Existenz des Christseins
Geboren für ein vergängliches Leben wurden wir in der Taufe wiedergeboren, neugeboren für das ewige Leben bei Gott.
Die Taufe ist die Zusage Gottes: Du bist von Ewigkeit her bis in alle Ewigkeit mein geliebtes Kind.
 Als Schwester oder Bruder Jesu darfst du mit ihm, der Tod und Grab besiegt hat und auferstanden ist, den Weg zu Fülle des Lebens bei Gott gehen. Der Tod verliert seinen Schrecken, weil wir im Glauben wissen, er ist der Hinübergang zum ewigen Leben, zur Fülle des Lebens.
Gott selber wohnt durch seinen Heiligen Geist in dir. Du bist ein Tempel Gottes. Das ist die größte Würde, die ein Mensch empfangen kann.
  Menschen, die so mit Gott leben, dürfen darauf vertrauen, dass an ihnen wahr wird, was der Psalm 91 verheißt „Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.[4] Und: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“ [5]
Die Taufe ist das große Gnadengeschenk Gottes. Während des ganzen Lebens muss es eingeholt und vollzogen werden. Daher spricht der Taufspender beim Anziehen des Taufkleides:
„In der Taufe bist du eine neue Schöpfung geworden und hast - wie die Schrift sagt - Christus angezogen.
Das weiße Gewand sei dir ein Zeichen für diese Würde. Bewahre sie für das ewige Leben.“
Dieses Gewand der Gnade, das uns bei der Taufe angelegt wurde, gilt es zu bewahren. Ist es beschmutzt, dann müssen wir es reinigen lassen. Im Sakrament der Sündenvergebung – in der heiligen Beichte - geschieht das ganz persönlich:  Gott reinigt und erneuert dieses Gewand der Gnade, das er uns in der Taufe angezogen hat.
Wer die Taufgnade bewahrt und in der großen Bedrängnis der Verfolgung Stand gehalten hat, werden gereinigt und geheiligt bei Gott und bei Jesus sein, denn „sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.[6].

[1] 1. L Sir 15,15–20; 2. L 1 Kor 2,6–10; Ev Mt 5,17–37
[2] Sir 15,17
[3] 1 Kor 2,9
[4] ps 91,12f.
[5] Jos 1,5; Hebr 13,5
[6] Apk 7,14