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Lesejahr A 2016/12 bis 2017/11

Predigt - Homilie am 11.So. in Heroldsbach st. Marien

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Gesandt um zu heilen und zu befreien[1]
1 Das Volk Gottes in den Strömungen unserer Zeit
  • Wir leben in einer Zeitströmung – einem Mainstream – in der viele Menschen in den Wohlstandsländern nicht mehr nach den Willen Gottes und seinen Plänen mit der Welt und den Menschen fragen.
  • Täglich werden heute auf unserer Welt Christen umgebracht, versklavt, werden Frauen und Mädchen auf Sklavenmärkten verkauft. Die Kirche ist seit dem 20. Jht. eine Kirche ungezählter Märtyrer.
  • In den letzten zehn Jahren erlebten wir bis heute, wie sich die Kirchen leeren und Menschen aufhören Gott als ihren Schöpfer und Erlöser an seinem Tag die Ehre zu geben; Nur noch eine kleine Zahl sucht die Vergebung im Sakrament der Sündenvergebung, in der heiligen Beichte.
  • Der jährlich 100.000 fache Mord  an den im Mutterschoß heranwachsenden Kindern allein in Deutschland – das sind 4500 Schulklassen im Jahr, die fehlen -  wird von den meisten Zeitgenossen als normal angesehen, obwohl der Gesetzgeber ausdrücklich sagt,  Abtreibung sei weiterhin rechtswidrig, aber in bestimmten Situationen straffrei.
2 Gottes drohendes Gericht
  •  in der Lesung aus dem Buch Exodus ruft Gott dem Mose vom Berg her zu – „Er soll dem Volk Gottes verkünden - Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe.“[2]
  • Wer sich dem Willen und den Plänen Gottes in den Weg stellt, dem wird es wie den Ägyptern gehen, die Gottes geliebtes Volk knechten und vernichten wollten.
  • Gott ist zwar langmütig und geduldig, aber er greift auch richtend ein, wenn seine Gebote dauerhaft übertreten  und sein Wille und seine Pläne, die er mit seinem auserwählten Volk hat, missachtet und sabotiert werden. Die „Ägyptischen Plagen“ sind sprichwörtlich geworden.
3 Gottes Volk weiß sich von der sorgenden Liebe Gottes getragen
  • Als Gottes erwähltes Volk dürfen wir uns nicht entmutigen lassen ob des Glaubensabfalls und der Sittenlosigkeit, die viele Menschen ergriffen hat.
  • Wie Israel, so erinnert auch Gott uns  daran, dass er wie mit Israel am Sinai auch mit uns bei der Taufe seinen Bund geschlossen hat.
  • In seiner Sorge und Liebe  geborgen, hören wir auf seine Stimme, die in Jesus seinem Mensch gewordenen Sohn in seiner Kirche an uns ergeht: „Ihr werdet mein besonderes Eigentum sein.“[3] Gewaltig klingt die Stimme Gottes „Mir gehört die ganze Erde.“[4]
  • Wer Gott gehört, gehört dem Himmel, dem steht eine Zukunft von unvorstellbarer Schönheit und Vielfalt offen. In der Welt sind wir wegen unseres Glaubens nicht angesehen. Aber Gott sieht uns liebend und wertschätzend an; denn wir sollen IHM „als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.“
  • In der Taufe wurde uns Anteil am Priestertum Jesu Christi geschenkt. Wie er sollen wir uns Gott mit unserem ganzen Sein, mit Leib und Seele für das Heil und die Erlösung der Welt darbringen.
  • Wichtiger den je ist heute in dieser globalisierten und virtuellen Welt, in der alles „gleichgültig zu sein“ beansprucht, dass wir
4 Freudig erkennen und bekennen - Der Herr allein ist Gott
  • Er allein ist der Herr über Leben und Tod. Weil wir Gott gehören, durch ihn geheiligt sind, dürfen wir mit dem Antwort-Gesang freudig und jubelnd ausrufen „Erkennt: Der Herr allein ist Gott. Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,  sein Volk und die Herde seiner Weide.“ [5]
  • Wir sind kein Produkt des Zufalls, über uns regiert kein blindes Schicksal. Wir dürfen es laut allen sagen und verkünden „der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld, von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue“ [6]
  • Was aber hindert uns dies freudig und mutig zu bekennen?  Es sind unsere Sünden.
5 Trotz allem Versagen haben wir Mut zu einem Leben mit Gott
  • Wenn wir unser tägliches Denken, Reden und Tun prüfen, müssen wir gestehen: Wir werden der liebenden Zuwendung Gottes nur teilweise gerecht. Es gelingt uns nur bruchstückhaft unser Leben und unsere Welt nach seinem Willen und seinen Plänen zu gestalten.
  • Dennoch werden wir nicht der pessimistischen Auffassung Martin Luthers zustimmen, der behauptet hat, der Mensch sei total verderbt. Da er außerdem den freien Willen des Menschen leugnet, kann der Mensch gar nicht anders als seinen Trieben zu folgen und böse zu sein.
  • Gott sieht uns Menschen anders „Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum.“[7] Gottes Liebe ist größer als alle menschliche Schuld. „Denn wenn das Herz uns auch verurteilt“ schreibt Johannes in seinem 1.Brief - „Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles.“ [8]
  • Im Glaubensbekenntnis sprechen wir  „Sein Sohn ist für uns und zu unserem Heil Mensch geworden“ und mit Paulus bekennen wir - er ist „für uns gestorben“.[9]
  • „Durch sein Blut hat er uns gerecht gemacht.“[10] Uns, den nach seinem Bild geschaffenen  Menschen - zeigt Gott seine große Liebe durch seinen Sohn, der in Jesus Mensch wurde.  Der Sohn Gottes gibt sich also mit seinem ganzen Menschsein – das meint  das Vergießen seines Blutes -  für uns Menschen hin.
  • In der heiligen Messe wird im Vollzug des Auftrags Jesu durch den geweihten Priester das Kreuzesopfer Jesu auf dem Altar gegenwärtig.
  • Durch Jesus, mit ihm und in ihm bringen wir als Kirche Gott auf unblutige Weise das einmalige auf Golgota geschehene Opfer seines Sohnes dar.
  • Er tritt als unser Mittler beim Vater für uns ein. Was Jesus uns in der Taufe zugesagt hat, feiern wir Gott dankend und lobpreisend in jeder Heiligen Messe. Durch sein Blut sind wir von Gott gerecht gemacht und werden vor dem Gericht Gottes gerettet werden.[11]
  • In der Heiligen Kommunion wird der Mensch gewordene, gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus ganz eins mit uns und bleibt im Heiligen Geist mit dem Vater in uns wohnen.
6 Wir werden gesendet als Boten des Heils, das Gott schenkt
  • Um dies den zwölf Stämmen Israels bekannt zu machen, wählt Jesus die zwölf Apostel aus und sendet sie zu Zweit zu den „verlorenen Schafen des Hauses Israel“.[12]
  • Sie werden vom Herrn ausgesandt nicht um zu verurteilen und zu verdammen, sondern um zu heilen und zu befreien.[13] „Geht und verkündet: das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzigen rein, treibt Dämonen aus.“[14]
  •  Jesus sendet seine Jünger und uns zuerst in unseren näheren Lebens- und Aufgabenbereich. Später bei seiner Himmelfahrt sendet er sie zu allen Völkern, damit sie diese taufen und alles lehren, was er ihnen aufgetragen hat.[15]
  • Kraft unserer Taufe und Firmung sollen wir befreiend, heilend und rettend tätig sein. So erweisen wir uns „als ein Reich von Priestern“ und „gehören ihm als ein heiliges Volk.“[16]


[1] 1. L Ex 19,2–6a; 2. L Röm 5,6–11; Ev Mt 9,36 – 10,8
[2] Ex 19,3f.
[3] Ex 19,5
[4] Ex 19,6
[5] Ps 100,3
[6] Ps 103,5
[7] Ps 100,3
[8] 1 Joh 3,20
[9] Röm 5,8
[10] vgl Röm 5,9
[11] vgl Röm 5,9
[12] Mt 10,6
[13] vgl Mt 10,8
[14] ebd
[15] vgl mt 28,18f.
[16] Ex 19,6