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Lesejahr A 2016/12 bis 2017/11

Predigt - Homilie am Pfingsmontag in Honings ULF vom Rosenkranz (Kirchweih)

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Liebe – das ist sein Geist in uns
          Am Pfingsten 2012 in Neunirchen St. Michael
An Pfingsten brennts

1 Vom Heiligen Geist entflammt
"An Pfingsten brennt's" so hat einmal ein Viertklässler auf die Frage geantwortet, was ihm zum Pfingstfest einfällt. Er hat sicher an die Feuerzungen und die Flammen gedacht, die auf die Jünger Jesu herabkamen. Sie wurden vom Geist Jesu erfasst, waren ganz "Feuer und Flamme".
"An Pfingsten brennt's." Das war gleichsam die Initialzündung. Von da an breitete sich die Frohe Botschaft aus - wie ein Lauffeuer. Damals hat es gezündet, so konnten die Jünger das Evangelium unter die Leute bringen, Menschen für den Glauben an Jesus Christus begeistern.
1.1 Begeistert und überzeugt  war Petrus,
  • als er zu den Menschen von Jesus sprach. Er hatte es erfahren dürfen, dass in diesem Jesus von Nazaret Gott selbst zu den Menschen gekommen war. Petrus war überzeugt: Jesu Leben und sein Sterben sind wichtig für alle Menschen. Gott selbst hatte das bestätigt, weil er Jesus von den Toten auferweckt hat.
  • Der Geist Jesu lässt den Petrus erkennen und treibt ihn an, dass er den Menschen etwas Wichtiges  weiterzusagen hat. Zu dem Wichtigen gehört seine Erfahrung: „Gott sieht nicht auf die Peron, sondern in jedem Volk ist ihm willkommen, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.“ [1] Wie sie sind auch wir verantwortlich vor Gott, der Jesus als Richter der Lebenden und der Toten eingesetzt hat.
1.2 Von der Begeisterung des Petrus angesteckt
  • Als Petrus so redet, merken die Leute auf und sie werden von dem in ihm brennenden Feuer des Geistes angesteckt. Durch die Rede des Petrus werden nicht nur fromme Juden, sondern sogar Heiden vom Geist Jesu erfüllt.[2] Durch die Überzeugung und die Begeisterung des Petrus sind sie selbst Überzeugte und Begeisterte geworden. Die Folge war, dass viele sich taufen ließen.
2 Wie geht es unserer katholischen Kirche an Pfingsten heute?
2.1 Unsere katholische Kirche ist mehr als nur Institution
  • Natürlich braucht sie Leitung und Ordnung. Auch unsere Kapelle in Honings ist in die staatliche Ordnung eingebunden und bei Renovierungen berät und hilft uns auch die Verwaltung der Erzdiözese.
  • Nur so wird Kirche vom Staat und der Gesellschaft wahr-und ernst genommen. Aber entscheidend sind die gläubigen Menschen, die das Kirchengebäude beleben, hier Gottes Wort hören und Gott das Opfer seines Sohnes darbringen und in seinem Mahl von ihm gestärkt im Alltag verantwortlich leben und uns einsetzen.
  • Wenn wir auf die Kirche in unserem Land schauen, ist vom Wirken des Heiligen Geistes eine Menge geistlichen Tuns und Wirkens wahrnehmbar, von Begeisterung aber oft wenig zu spüren.
  • Das ist aber nicht immer und nicht überall so. Bei der Beerdigung von Papst Johannes Paul II haben wir bei aller Trauer eine große innere Beteiligung gespürt. Und bei der Wahl und Einführung des aus Bayern stammenden Papstes Benedikt XVI war die Begeisterung groß und seine Worte gingen und gehen bis heute vielen sehr zu Herzen. Papst Franziskus fliegen bei den Generlaudienzen am Mittwoch auf dem Petersplatz die Herzen zu.
  • Ein gesundes demütiges Selbstbewusstsein ist für den Christen wichtig und erstrebenswert.
2.2 Wir sind als Kirche der lebendige Leib des Auferstanden
  • Sind wir uns dessen im Alltag noch bewusst? Das geistige Durcheinander in unserer Gesellschaft wahrnehmend sind wir als Kirche, als Weltkirche bei allem Verfolgtwerden gut dran. Paulus bestätigt das im Brief an die Epheser: „Ein Leib und ein Geist – eine gemeinsame Hoffnung.“[3]
  • Wirtschaftlich sind wir super drauf, finanziell geht es den Kirchen gut, aber religiös scheint es, sind wir auf dem absteigenden Ast. Haben unsere unbewältigte unmenschliche Vergangenheit und die langen Jahre des Wohlstandes uns lahm werden lassen?
  • In unseren Kirchen bleiben manche Bänke bei den Gottesdiensten leer. Die Priester werden von Jahr zu Jahr weniger. Viele sterben - nur zwei Neupriester werden demnächst im Dom geweiht. Kann da das Feuer des Evangeliums bei uns noch überall zünden? Gut, dass es Radio Horeb, das Katholische Fernsehen EWTN und K-TV gibt.
2.3 Wir müssen wieder mehr vom Geist Gottes entzündete
      Menschen werden

Die Dichterin Marie Luise Langwald sagt es so:
Entzündete Menschen -
Sie empfangen den Geist -
den Geist Christi;
den Geist des Gekreuzigten,
den Geist des Auferstandenen:
Sein Licht erhellt,
sein Feuer entzündet.

 
Und sie stellt uns folgende Fragen:
 
Sind wir solche Menschen?
Sind wir Menschen mit einem Feuer,
das von innen brennt?
Sind wir vom Geist Erfüllte?
Vom Licht Erhellte,
vom Feuer Entzündete?

  • Uns fehlt in der Tat oft dieses Feuer, an  Ausstrahlung mangelt es uns leider oft. Es mangelt uns an der Lust am Glauben. Der frühere Limburger Bischof Franz Kamphaus sagt es einmal so: "Wir leugnen Gott nicht, aber wir rechnen auch nicht ernsthaft mit ihm. Unser Gott ist weder zum Fürchten noch zum Verlieben."
3 Der Heilige Geist ist aber auch in uns lebendig,
3.1 so wie er damals durch Petrus gewirkt hat
  • Wir müssen uns nur antreiben lassen, täglich uns ihm mit Leib und Seele öffnen. Zeugnis geben vom lebendigen Gott. Wir Christen haben der Welt und den Menschen etwas zu sagen, was niemand sonst ihnen sagen kann.
  • Es ist wichtig, den Gottesdienst mitzufeiern und in der Kirche zu beten. Aber dieses Tun muss auch in den Alltag hineinwirken. Der Geist Gottes will uns antreiben, den Menschen, denen wir im Alltag begegnen, von unseren Glaubenserfahrungen zu erzählen.
3.2 Der Glaube lebt vom Weitersagen.
  • Wann hast du das letzte Mal einem Mitmenschen - ohne aufdringlich zu sein - von deiner Glaubenserfahrung erzählt?
  • Wann hast du zuletzt jemanden gesagt, warum Du eigentlich Christ bin? Frag dich, was dich glauben und hoffen lässt. Rede mit deinen Kindern und Enkeln über den Glauben.
  • Für viele ist Religion eine Privatsache geworden. Aber das darf sie nicht bleiben. Der Geist Jesu ist nur durch das Weitergeben und Weitererzählen lebendig geblieben, bis heute.
  • Wenn wir uns vom Geist Gottes leiten lassen, dann werden wir nicht beim Klagen und Lamentieren stehen bleiben.
3.3 Wer "Feuer und Flamme" ist, der wird auf andere ausstrahlen.
  • Wenn wir aus dieser Überzeugung leben, werden auch wir andere für Jesus begeistern können, so wie Petrus es getan hat.
      Komm Heiliger Geist,
Schenk uns dein Feuer,
und wir beginnen zu lieben.
Schenk uns dein Licht
Und unser Weg wird hell
Lass uns die Welt entzünden -
Jeden Tag mehr!
Komm Heiliger Geist,
entzünde in uns das Feuer deiner Liebe

  • Lasst uns hoffend mutig Christen sein - bei denen an Pfingsten das Feuer der Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in uns und durch uns brennt!

[1] Apg 10.35
[2] Apg 10.45
[3] Eph 4,4