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Predigten

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Lesejahr A 2016/12 bis 2017/11

Predigt - Homilie am 7. Ostersonntag in Neunkirchen St. Michael

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Einmütig um den Heiligen Geist bitten 

1 Einmütigkeit nicht Mainstream
  • Ja zur Vielfalt geschlechtlichen Lebens auch in den perversesten Formen - das ist der von der Regierung Schröder verordnete Mainstream. Erst vor kurzem äußerte sich der Bundesjustizminister Maas, eine Große Koalition nach der Bundestagswahl im September werde es nur geben, wenn die CDU/CSU der Ehe für alle zustimme.
  • Dabei gibt es doch schon die eingetragenen Lebensgemeinschaften mit steuerlichen und das Erbe regelnden Vorteilen.
  • Ehe ist nach den biblischen Aussagen dieVerbindung eines Mannes und einer Frau, die sich partnerschaftlich ergänzen und so einem neuen Menschen eine gute Zukunft zu eröffnen.
  • Dem Mainstream folgen hat nichts mit der Einmütigkeit zu tun, die der Auferstandene durch den Heiligen Geist seiner Kirche und jedem Christen schenken will. Mehr den Je müssen wir prüfen, ob der staatliche oder gesellschaftliche Mainstream den Geboten Gottes und dem christlichen Menschenbild enspricht.
2 Das Geschenk Gottes    
  •          Der Heilige Geist, so verheißt Jesus seinen Jüngern, ist das Geschenk des beim Vater erhöhten Herrn an seine Kirche. Er führt uns in die Wahrheit, die Wirklichkeit Gottes ein. Er erinnert an alles, was Jesus auf dieser Erde wandelnd seinen Jüngern mitteilte.
  •          Der Heilige Geist ist ein freies Geschenk Gottes. Wir können es uns weder nehmen, noch können wir es erzwingen. Denn der Geist weht, wo er will, wo Gott will.
  •          Auf dieses Geschenk sollen wir warten, uns dafür offen halten und darum bitten. Die Apostel zusammen mit Maria und den Frauen trauen der Verheißung des in den Himmel aufgefahrenen Herrn. Sie versammeln sich im Abendmahlsaal und warten einmütig betend auf die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.
2.1 Im Abendmahlsaal     
  •          Sie versammeln sich im Abendmahlsaal. Also an jenem Ort, wo Jesus mit ihnen das Ostermahl hielt. Dabei sprach er über das Brot die Worte „das ist mein Leib“ und über den Wein, „das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“[1]: "Tut dies zu meinem Gedächtnis."
  • Für uns ist der Abendmahlsaal zunächst unsere Pfarrkirche.
  • Dort werden die Taufbewerber in der heiligen Taufe eingefügt in den geheimnisvollen Leib Christi. Dort treten sie zum ersten Mal zum Tisch des Herrn. Dort empfangen sie in der heiligen Firmung des Geist Gottes. Die Pfarrkirche ist gleichsam die Mutterkirche der Pfarrei.
  • Die Filialkirchen sind die Töchter dieser Mutterkirche. Sie geben die Möglichkeit am Wohnort sich zu treffen, um miteinander zu beten und das Mahl des Herrn zu feiern. Alle zusammen bilden wir die Jüngergemeinschaft unserer Pfarrei St. Michael und des Seelsorgebereichs Augustinus.  
2.2 Das Gotteshaus ist kein Spiegelkabinett
  • in dem ich nur mich selbst wahrnehme und umkreise; und doch darf er auch ein Raum der Selbstfindung sein, in dem ich frage: wer bin ich, was will ich, was soll ich tun, was ist meine Pflicht an dem Ort, wo mich Gott hingestellt hat.
  • Es ist kein idyllisches Nest der Geborgenheit, in dem ich mich auf Dauer einrichte und die Welt fliehe; und doch muß es in meinem Leben Orte geben, in denen ich mich aus allem Lauten und Geschäftigen herausnehme.
  • Bei der Wallfahrt von »Kirche in Not« in der vergangenen Woche zu den Marienheiligtümern Nordostböhmens und Südschlesiens begeneten wir der beeindruckenden Schönheit der dortigen Heiligtümer.
  • Schmerzlich war die Erinnerung, dass die von dort Vertriebenen dies alles verlassen mussten. Bei der Euchristiefeier im Albendorf - dem schlesischen Jerusalem – gedachte ich all der Vertriebenen, die mir in meinem Priesterleben begegneten und unter denen viele kostbare und wichtige Mitarbeiter waren.  Die Heiligtümer wurden ihnen genommen, aber der Glaube trug sie auch in der Fremde.
  1. Ob ich an heilgen Orte Gott finde, hängt wesentlich davon ab, daß ich ihm auch sonst Raum in meinem Leben gebe. Kirche und Gottesdienst sollen in unserer hektischen Welt ein Ort der Ruhe und des Aufatmens sein, wo  wir in den offenen Himmel schauen und warten, bis der Geist kommt, bis der erhöhte Herr in unseren Kreis herabsteigt.
  • Aber an diesen Orten geht es nicht nur um mich allein, als Einzelwesen, sondern als Gemeinschaftswesen.  Es geht vor allem um die Jüngergemeinschaft vor Ort. Und um das
2.3 Einmütig um den Geist bitten  
  •          Von der Urgemeinde heißt es: "sie verharrten einmütig im Gebet". Wollen wir im Gotteshaus und im Gottesdienst nur für uns sein, dann fehlt es an  Einmütigkeit.  Wenn wir in Feindschaft leben, oder voller Groll gegeneinander sind, wenn wir usere Berufs- und Standespflichten vernachlässigen, dann hat auch unser Gebet, auch unser gemeinsames Gebet keine Kraft.
  • Immer wieder betont die Apostelgeschichte diese "Einmütigkeit" der Jünger. "Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel."[2] Ob das Wort Gottes bei uns ankommt, hängt ebenfalls von dieser Einmütigkeit ab.  Von den Bewohnern von Samaria sagt die Apostelgeschichte, daß sie "einmütig auf die Worte des Philippus achteten und ihm zuhörten."[3]   
  • Einmütigkeit heißt nicht, daß wir in allem einer Meinung sein müßten. Aber es bedeutet, daß wir in der Tiefe unseres Herzens ausgerichtet sind auf das eine Wesentliche, auf den einen wahren Gott und auf Jesus Christus, den er gesandt hat.[4] Was aber ist die
2.4 Quelle der Einmütigkeit
  •                  Versammeln wir uns im Hause Gottes, dann ist Gott es, der uns durch Jesus ruft. Er hat jeden von uns geschaffen und in der Taufe geheiligt. Die gemeinsame Hoffnung und Berufung, die Gotteskindschaft, verbinden uns über alle Unterschiede hinweg. Deshalb hat uns Jesus nicht gelehrt, zu beten  "Vater mein", sondern "Vater unser".   
  •          Am Schluß des Römerbriefes widmet der heilige Paulus ein ganzes Kapitel dem Aufruf zur Einmütigkeit. Er bittet: "Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit, die Christus entspricht, damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einträchtig und mit einem Munde preist.“(5] 
2.4.1 Paulus erinnert an den "Gott, der Geduld und des Trostes"
  • Wieviel Geduld hat Gott mit mir, wie oft hat er mir verziehen und einen neuen Anfang geschenkt. Diese Geduld Gottes an uns gilt es gegenüber den Mitmenschen zu leben. Und sein Trost besteht darin, daß er seinen Jüngern sagt: "Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt."[6] Er ist unser Fürsprecher beim Vater.
  • Dieses Glaubenswissen, daß Gott bei mir ist, daß der erhöhte Herr für mich beim Vater bittet, nicht nur für mich, sondern für alle seine Jünger, gibt mir, gibt uns die Möglichkeit über unseren Schatten zu springen, eben nicht nachzutragen, sondern versöhnt zu leben.
2.4.2 Einmütigkeit in der Ehe und Familie       
  •          Wie wunderbar, wenn diese Einmütigkeit vor Gott schon in Ehe und Familie gelebt wird. Ehe ist eine intime Gemeinschaft. Zwei Menschen werden bis in ihren Leib hinein eins. Die ganze Tiefe ihrer Beziehung werden sie erst erfahren, wenn sie auch miteinander eins sind vor Gott.
  • Wichtig ist die gemeinsame Erfahrung von Eltern und Kindern:  Wir gehören dem einen Gott, der uns erschaffen hat; wir gehören dem auferstandenen Herrn Jesus Christus, der uns erlöst hat und ewiges Leben verheißt und schenkt. Er ist unsere gemeinsame Mitte. Diese Erfahrung verbindet mehr als Fleisch und Blut, als eine gemeinsame Wohnung.
  1. Fehlt diese verbindende geistliche Intimität in einer Ehe, in einer Familie, dann ist ihre Einmütigkeit sehr stark gefährdet. Eine dauernde gemeinsame Zukunft läßt sich weder allein auf die Sexualität noch auf Gefühle bauen, denn diese können schnell sterben.
2.4.3 Die Rettung der Welt beginnt in den Familie und in den geistlichen Gemeinschaften
  •          Es ist ein großes Geschenk, wenn Mann und Frau, Eltern und Kinder in dieser Einmütigkeit vor Gott leben können. Jesus verheißt ihrem Gebet Erhörung: "Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten."[7] Aber daran fehlt es leider in vielen Familien. Dennoch dürfen wir nicht resigniern. Es bleibt uns immer noch die Gemeinde es Herrn und geistliche Gemeinschaften.
  •          Einmütig hat z.B. Franz von Assisi mit Gott, mit der Schöpfung und seinen Brüdern gelebt. Seine Bewegung verbreitete sich in wenigen Jahren über ganz Europa
  • Am 12. November 1982 veröffentlichte ”Die Welt” auf Seite eins einen Nachruf auf Leonid Breschnew.
Unter der Überschrift ”Der Tote im Kreml” beginnt der Nachruf mit Worten, die Lenin vor seinem Sterben gesagt haben soll:
”Ich habe große Fehler gemacht.
Mich umfaßt tödliches Grauen;
denn ich fühle, ich bin in einem Meer von Blut verloren, dem Blut unzähliger Opfer. 
Zur Rettung unserer Heimat Rußland wären zehn Männer wie Franz von Assisi nötig gewesen.”
  • Maria, die Siegerin in allen Schlachten Gottes hat die Hirtenkinder in Fatima gebeten, um die Bekehrung Rußlands und der Welt den Rosenkranz zu beten, Opfer zu bringen und die Weihe Rußlands und aller Völker an ihr unbeflecktes Herz zu vollziehen.
  •                   Wenn wir unsere ganzen Mut zusammennehmen und uns auf Gott und Jesus, seinen Gesandten ausrichten, dann wird uns die Fülle des Lebens von Gott geschenkt, ewige Leben.
[1] Mt 26,26ff.
[2] Apg 2,46
[3] Apg 8,6
[4] vgl Joh 17,3
[5] Röm 15,5
[6] Mt 28,20
[7] Mt 18,19