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Lesejahr A 2016/12 bis 2017/11

Predigt - Homilie am

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Gesegnet Segen sein
„Ich werde dich segnen. Ein Segen sollst du sein“. Diese Zusage Gottes an Abraham gilt bis heute allen, die an den Gott Abrahams, den Jesus seinen Vater nennt, glauben. Es wird wahr, was Gott Abraham verheißt: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.“[1]
 „Weil wir von Gott Gesegnete sind, können wir segnen und Segen sein für andere.“[2] Es geht darum zu entdecken, was der Ursprung und das Ziel unseres Lebens ist. Darum heißt das Leitwort der diesjährigen Diaspora – Aktion des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken:
1 „Unsere Identität: Segen sein“
Diese Identität ist heute vielfach angefochten. Wir leben in einer Gesellschaft  -in der viele meinen - sich durch esoterische Praktiken selber erlösen zu können. Wir sind umgeben von Menschen, die ohne Gott als Atheisten leben.
Die katholischen Christen im Norden und Osten unseres Landes und Europas versuchen als winzige Minderheit ihren Glauben zu leben und für ihre Umgebung ein Segen zu sein.
1.1 Unsere Solidarität mit Ihnen durch unser Opfer und unser Gebet
schenkt ihnen die Erfahrung, dass Gott sie durch uns segnet, stärkt und ermutigt, als kleine Minderheit für einander und für die sie umgebende Mehrheit zum Segen zu werden. Das neue Testament erinnert uns daran:
1.2 Von Jesus Christus gesegnet sollen wir zum Segen werden
für die Gottlosen unserer Tage und Umgebung. Im Brief an die Galater sagt Paulus uns „Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Heiden durch ihn der Segen Abrahams zuteil wird und wir so aufgrund des Glaubens den verheißenen Geist empfangen.“ [3]
Der Epheserbrief preist den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: „Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“[4] Durch die Gemeinschaft mit dem auferstandenen himmlischen Christus lässt Gott seinen Segen in unsere Herzen und in unsere Gemeinden fließen.
1.3 Der Segen wird zum Lobpreis Gottes werden
Das Bonifatius-Werk ist ein großer Segen für die Kirche in den Ländern und Gegenden, in denen es nur sehr wenige katholische Christen gibt. Ihr Bekenntnis des katholischen Glaubens ist wichtig für die Ökumene in diesen Ländern.
Die Unterstützung beim Bau und Erhalt von Gebäuden, beim Kauf von Fahrzeugen, bei pastoralen Projekten, bei der Sicherung des Lebensunterhalts der Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Förderung der Ausbildungsstätten ist wahrhaft ein Segen für die Kirche.
Die Menschen die auf diese Weise unsere Solidarität und Hilfe für ihren Glauben erfahren, werden ganz gewiss dafür Gott loben und preisen.
1.4 dieser Lobpreis Gottes bewirkt wiederum Segen
Der heilige Augustinus erkannte darin die Identität des Christen: „Wir wachsen, wenn uns Gott segnet und wir wachsen, wenn wir Gott preisen. Beides ist gut für uns. Das erste ist, dass Gott uns segnet und weil er uns segnet, können wir ihn preisen. Von oben kommt der Regen, aus unserem Erdreich wächst die Frucht.“
2 Die heutigen Schriftexte ermutigen uns „gesegnet zum Segen werden“
Am heutigen 32.Sonntag singt die erste Lesung aus dem Buch der Sprichwörter das Lob der Frau
2.1 Nur eine gottesfürchtige Frau verdient Lob
 Eine tüchtige Frau ist  kostbarer als alle Perlen der Welt. Ihre Sorge für Mann und Familien ist ein kostbarer Schatz. Heute heißt es auch, dass sie in Beruf und in der Öffentlichkeit es dem Mann gleichtun muss.
Aber zum Segen für die Familie und für die Menschheit wird sie erst dann, wenn sie „gottesfürchtig“ lebt. D.h.  wenn Sie ganz offen ist für Gott und seine liebende Nähe, wenn ihr Glück sich im Helfen und Schenken zeigt, wenn sie transparent ist für Gottes Liebe, dann wird sie zum Segen und kann  fruchtbar segnen.
Im Antwortpsalm 128 singt der Beter

2.2 Der Mann wird gesegnet, der den Herrn fürchtet und ehrt
Der Erfolg des Mannes wird nicht allein durch Aktivität und Leistung gesichert. Schnelle Erfolge ohne Gott oder gar gegen ihn und seine Gebote sind ohne Segen. „Besitz, schnell errafft am Anfang, ist nicht gesegnet an seinem Ende.“[5]
Menschen aus dem Volk Gottes, Getaufte, die Gottes Wegen nicht kennen, trifft das Gericht der Ruhelosigkeit in diesem Leben und in der Ewigkeit. „Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe“.[6]
 Ganz anders der Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt, in Verantwortung vor Gott denkt, handelt und lebt, nicht seine Ehre sucht, sondern die Ehre Gottes, ihn anbetet, seine Frau und seine Kinder sind gesegnet und er „soll sein Leben lang das Glück Jerusalems schauen.“[7] Das Glück Jerusalems ist heute die Geborgenheit in der Kirche des Herrn.
Gesegnet wird sein und zum Segen wird werden - sagt die 2. Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher
2.3 Die wachsam und nüchtern im Licht Gottes leben
 Der Tag des Herrn, der Tag der Rechenschaft kommt früher oder später für jeden von uns. Freilich den Tag oder die Stunde kennt niemand.
In unserer Welt gibt es Finsternis und  Licht. Der Tag des Herrn wird es offenbar machen, wer zum Licht gehört – wer zu Gott und zu Christus gehört. Machen wir uns nichts vor, die Weltlage ist heute ernster denn je.
Wachsam und nüchtern sein ist das Gebot der Stunde. Lassen wir uns jeden Tag neu die göttlichen Gaben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe von Gott erbitten und schenken. Dann stehen wir unter dem Segen Gottes. Wir werden im Auf und Ab der Welt-Geschehnisse und der Politik unablässig den Segen von Gott erbitten und segnen.
Das Evangelium zeigt uns,
2.4 Alle Talente und Fähigkeiten sind  ein Geschenk Gottes, mit dem wir für ihn wirken sollen
 Schauen wir nicht ängstlich oder mit Neid auf die Fähigkeiten anderer. Entdecken wir unsere Talente, auch wenn es nur ein einziges ist. Tun wir alles, um die Zahl unserer von Gott geschenkten Talente zu verdoppeln.
Fragen wir uns am Beginn eines jeden Tages vor Angesicht des Herrn, wie kann ich meine Fähigkeiten und Talente zum Segen werden lassen für andere.
Sagen wir jeden Morgen zum Herrn, ich will heute dein guter und treuer Diener sein. Gib mir deinen Segen, dass ich meine Fähigkeiten richtig einsetze und zum Segen werden.
Wenn ich danach lebe, werde ich ohne Angst vor den Herrn hintreten, wenn er kommt und mich ruft. Wunderbare Worte darf ich dann hören „du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen. ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm nimm teil an der Freude deines Herrn.“ [8]

[1] Gen 12,13
[2] Aufruf der dt. Bischöfe zum Diaspora-Sonntag
[3] Gal 3,14
[4] Eph 1,3
[5] Spr 20.21
[6] Ps 95,11
[7] Ps 128,5
[8] Mt 25,21.23