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Lesejahr A 2016/12 bis 2017/11

Predigt - Homilie am 18.3.2017 in Johannes d.Täufer Großenbuch

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 Wie der Glaube an den Erlöser entsteht[1]
1 Einstieg in das Gespräch mit Jesus - Fragen
  • Der Jude Jesus spricht mit einer Samariterin. Das ist für die Frau etwas Ungewöhnliches; Auch die Jünger Jesu sind erstaunt. Da gibt es den Stammesunterschied, eine andere Konfessionszugehörigkeit, schließlich Jesus, „dieser Mann“, und sie, - abschätzig - eine „solche Frau“. Aber all das ist vordergründig.
  • Wichtiger als diese Differenzen ist, was die beiden zu einander führt: Sie ist die Bedürftige, die letztlich nichts anderes sucht als irdisches Glück – eine Quelle lebendigen Wassers.
  • Jesus begegnet ihr nicht wie einer Bedürftigen, sondern wie einer zur Liebe Berufenen. Jesus hat Durst. Er bittet die Frau: „Gib mir zu trinken.“ Er ist der Bedürftige. Er ergreift die Initiative zum Gespräch. Mit seiner demütigen Bitte reißt er die Mauer zwischen Juden aus Jerusalem  und Juden aus Samaria nieder.
Im Laufe des Gesprächs wird klar, was die Frau wirklich bewegt:
 2 Wer oder was stillt meinen Lebensdurst?
Jesus hat eben erst angedeutet, wovon eigentlich geredet werden müßte:
2.1 „Wenn du wüßtest, was Gott gibt…“
  • Das ist das Stichwort für die Frau; denn sie sucht ja, was allein Gott geben kann; Zunächst versteht sie Jesu Wort rein irdisch. Sie sehnt sich nach einer Quelle lebendigen Wassers daheim in Ihrer Wohnung. „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.“ Sie begreift noch nicht, dass Jesus in Person die Quelle ist, aus der ewiges Leben strömt.
  • Die Frage Jesu nach ihren persönlichen Lebensverhältnissen und die Antwort darauf zeigen, sie ist dem Erlöser einen Schritt näher gekommen.
2.2 „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.“
  • Jetzt kommt sie auf den konfessionellen Unterschied zu sprechen; und da Jesus erkennbar ein Rabbi ist, will sie seine Meinung zu dem Thema hören. Wo ist der richtige Ort der Gegenwart und Anbetung Gottes – auf dem Berg Garizim oder im Tempel in Jerusalem?
  • Die Frage zum Wesen des jüdischen Glaubens - der Anbetung Gottes - und der religiösen Praxis führt zur Begegnung mit Jesus.  Er sagt ihr, jetzt ist die Stunde da, „zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.“
  • Dieses Offenbarungswort Jesu öffnet die Seele der Frau für das Kommen des Messias Gottes. „Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte - Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.“ 
2.3 Jetzt ist der Augenblick der Selbstoffenbarung Jesu gekommen
  • „Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.“
  • Sie wird zu seiner Botin indem sie in den Ort rennt und zu den Leuten sagt: „Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias?“
  • „Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.“
  • Schritt für Schritt hat Jesus die Samariterin zum Glauben und zur Erkenntnis seiner Person als dem Gottgesandte Messias Gottes geführt. Als der Bedürftige und demütig Bittende trat er ihr gegenüber.
3 Wir begegnen Jesus
  • Johannes möchte uns durch sein Evangelium zur Begegnung mit Jesus führen. Wir sollen uns identifizieren mit dieser Frau, die jetzt endlich mehr will als dies bißchen gestohlene Glück, das Leben von der Hand in den Mund, in wechselnden Partnerschaften, zwischen Brunnen und Durst. –
  • Wünschten wir uns nicht eigentlich auch, dass einer kommt und uns in demütiger Liebe sagt, wie es in Wirklichkeit um uns steht?! Was eigentlich veranlaßt die Frau, sich diesem Mann am Brunnen zu öffnen? Es zeigt sich, er ist nicht der Fremde, der er zu sein scheint. Er ist der demütig Bittende und ihr ganz Zugewendete.
3. 1 Jesus offenbart sich als der Messias
  • Als die Frau beginnt - vom Messias zu sprechen - offenbart er sich ihr – und das ist die Mitte dieses Evangeliums: „Du sprichst mit ihm. Ich bin es“. Für sie ist das Signal, zu den Leuten zu laufen: „Da ist ein Mann, der mit alles gesagt hat…“
  • Nun geht es heute nicht mehr um jene Frau, sondern um uns. Was damals war, ist heute die Frage an uns, an diesem 3. Sonntag der Bußzeit vor Ostern. Wir sollen Jesus vor uns sehen als den, der uns gibt, was wir brauchen: den Glauben daran, daß von ihm her unser Heil kommt; daß er der ist, der uns gesandt ist von Gott. Es geht also um
3.2 Die Frage nach unserem Glauben
  • In der Osternacht werden wir wieder gefragt: Glaubst du? Wie immer und überall erwachsene Taufbewerber gefragt wurden und werden: Glaubst du an den Vater, der Himmel und Erde geschaffen? An Jesus, den Christus, Gottes und Mariens Sohn, gekreuzigt und zur Rechten des Vaters erhöht? An den Geist Gottes, ausgegossen zur Vergebung der Sünden in der Kirche derer, die er geheiligt hat?
  • Jetzt werden wir wieder gefragt – was ist der Glaube für Dich? Spielt er im Alltag für dich die wichtigste Rolle? Oder ist er nur das Anhängsel an ein rein weltliches Leben?
Wir sollen als Drittes und Wichtigstes begreifen
3.3 Der Glaube ist ein Geschenk Gottes,
aber er muß auch zur ganz persönlichen Antwort und Tat werden. An der Frau am Brunnen können wir ablesen, wie man zum Glauben an Jesus kommt.
3.3.1 Jesus macht den Anfang,
  • geht auf sie zu, spricht sie an, bittet um einen Schluck Wasser. Durch meine Eltern ist Jesus gleich am Anfang meines Lebens auf mich zugegangen. Einen Tag nach einer lebensgefährlichen Geburt wurde ich getauft. Durch einen Priester ist er auf mich zugekommen und hat das geweihte Wasser im Namen des dreifaltigen und dreieinen Gottes über mich ausgegossen.
3.3.2 Aber wie die Frau am Jakobsbrunnen muß ich mich auf Jesus einlassen.
  • Auf das, was er zu mir und zu meinem Leben sagt. Nur so kann ich wahrnehmen, wer er für mich ist: mein Heiland und Erlöser. In der Begegnung mit ihm kann mein Glaube wachsen, zur Gewißheit werden.
  • Deshalb fragt die Kirche heute entschiedener nach dem Glauben. Sie fragt die Eltern nach ihrem Glauben, wenn sie um die Taufe ihres Kindes bitten; denn nur, wo der elterliche Glaube als Nährboden bereitet ist, kann die zarte Pflanze des kindlichen Glaubens gedeihen. Darum verpflichten die Bischöfe die Seelsorger, vor der Taufe mit den Eltern von ihrem Glauben zu sprechen, um sich zu vergewissern, ob das Kind auf diesen Glauben der Eltern getauft werden kann.
  • Aber der Glaube der Eltern ist nicht Ursache des kindlichen Glaubens. Den Glauben ererbt man nicht wie das Blut.
3.3.3 Der Glaube ist Geschenk des uns durch Jesus liebenden Gottes
  • In einem sehr behutsamen Zeichen wird das bei der Taufe angedeutet. Nach der Spendung der Taufe berührt der Taufende Ohren und Mund des Kindes und sagt dazu: „Der Herr öffne dir Ohren und Mund…, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lob Gottes.“
  • Der Herr spricht die Frau an, gegen alle Gewohnheit bittet es sie „gib mir zu trinken“. Ihr zugewendet  rührt er das Herz der Samariterin an, ermöglicht er das Gespräch mit ihr.
  • Jesus hat uns in und durch seine Kirche den Glauben ins Herz gegeben. Glauben ist Gnadengeschenk Gottes.
  • Wichtigste Aufgabe für die christliche  Erziehung ist, dass Eltern und Paten, Priester und Religionslehrer  den Kindern helfen, Jesus zu begegnen und ihn als ihren Freund und Heiland anzunehmen.
  • Daher das ist die Frage an uns in diesen Wochen vor Ostern:
3.3.4 Wie kostbar ist mir die Gabe Gottes, wie kostbar die Offenbarung des Herrn:
  • „Ich bin es, der mit dir redet!“ Österliche Bußzeit hat als Ziel die Freundschaft mit Jesus, unserem Heiland und Erlöser zu erneuern. Und uns von ihm im Sakrament der Versöhnung heilen und befreien zu lassen von unseren Sünden.
  • In der heutigen Präfation steht er vor uns, wenn der Priester Gott dankend spricht: „Nach ihrem Glauben dürstete ihn mehr als nach dem Wasser; denn er wollte in gläubigen Herzen das Feuer der göttlichen Liebe entzünden“.
  • Wir spüren: Christus dürstet nach unserem Glauben, um in uns das Feuer der Liebe zu entzünden.
4 Vom Feuer seiner Liebe entzündet handeln
  • Diese göttliche Liebe in uns treibt uns an, dass wir uns den Geringsten seiner Brüder und Schwestern zuwenden und beistehen, die hungern nach Brot und Gesundheit, nach Bildung und einem menschenwürdigen Leben.
  • Deshalb lädt uns die Kirche in der österlichen Bußzeit zur Aktion „Misereor - mich erbarmt des Volkes“ ein, mit den Menschen in der dritten Welt zu teilen.
  • Deshalb ruft sie uns heute am Caritassonntag auf, dass wir uns  für die bei uns einzusetzen, die  sich selber nicht mehr helfen können. Dazu gehören vor allem unsere Kranken und Alten. Aber aktuell die von einer Hungersnot Bedrohten Menschen in Ostafrika.
  • Auch unser ehrenamtliches Engagement als Christen ist noch mehr als bisher gefordert. Die Mitarbeit in der Kontaktgruppe des Altenheims oder bei der Sozialstation ist eine Chance, daß menschenwürdige Pflege geschehen kann. Die Meisten pflegen ihre kranken und alten Angehörigen daheim. Auch sie brauchen unseren Beistand und unser Gebet.
  • Unser christliches Lebensbeispiel geweckt durch Jesus in seiner Kirche kann auch heute bewirken, dass die suchenden nach dem wahren Leben Dürstenden mit den Samaritern am Ende des Evangeliums sagen können. „Wir glauben, weil wir nun wissen: Jesus Christus „ist wirklich der Retter der Welt.“
 

[1] Homilie KURZFASSUNG Joh 4, 5-15.19b-26.39a.40-42